Den 12. Juni verbrachten wir dieses Jahr in der schönen Kolonialjuwele
Merida in Yucatan, was ca. 3 Autostunden von Cancun entfernt liegt.
Mein erstes Jahr in Mexiko habe ich in Merida gelebt, hier habe ich spanisch gelernt und mich in die mexikanische Kultur eingelebt. In Merida lernte ich es mein Heimweh nach Hamburg zu vergessen und fügte mich in das Leben in die Grossfamilie meines Mannes ein.
Nach einem wunderschönen Jahr vor Ort, war es unheimlich schwer für mich, und meine Familie Enrique, Angel & Anlies, Merida zu verlassen und noch heute kommen wir bei jeder Gelegenheit die sich bietet zurück. Und jedes Mal möchten wir direkt hier bleiben. :) Sicherlich irgendwann mal...
Heute morgen fuhren um ca. 9:00h in Cancun los und gegen 12:30h kamen wir in unserem Hotel an, dem
Fiesta Americana, direkt an Meridas Prachtmeile
Paseo de Montejo gelegen.

Im Hotel angekommen, bemerkte ich einen Verkaufsstand für Eintrittskarten zu einem Konzert von einem der berühmtesten Söhne Meridas,
Armando Manzanero.
Manzanero ist ein Meister der
Boleros, romantischer Gitarren & Gesangs Musik und ist eine lebende Legende in Latein Amerika und über dessen Grenzen hinaus.
Ich hatte im vergangenen Herbst bereits die Gelegenheit den Maestro Manzanero live zu sehen, als Ehrengast bei
Placido Domingos Konzert in
Chichen Itza.
Mein Glück war, dass der Verkaufsstand der Tickets kurz von meiner Ankunft aufgebaut wurde und ich eine der ersten Käufer war, somit habe ich super Plätze in der 1. Reihe bekommen. Juhu!
Noch mehr Glück hatte ich, dass ich genau am heutigen Tag angekommen bin, ich hatte nämlich keinerlei Ahnung vorab, dass dieses Konzert im Juli stattfinden wird und hätte ich es verpasst, würde ich mich schwarz ärgern. ;)

Mit erstandenen Karten für das Manzanero Konzert und glühenden Wangen stärkten wir uns danach im hoteleigenen
Chili's...

... und machten uns anschliessend auf dem Weg zu Uroma Candy. Eine der stärksten Frauen, welche ich in meinem Leben kennenlernen durfte. Die Patriarchin der Familie hat eine sehr beeindruckende Lebensgeschichte, die leider den Rahmen hier sprengen würde.
Hier seht Ihr vier Generationen auf einem Bild: Angel & Anlies, Papa, Oma und Uroma.

In der Nachbarschaft von Uroma Candy, haben zwei Belgier eine Artisan Chocolaterie aufgemacht, mit hauseigenem Schokoladenwerk, wo man dem Schokoladenmeister durch ein Fenster bei der Arbeit zuschauen kann.
Die handgemachte Schokolade von
L'Amandine ist ein unvergesslicher Genuss. Einfach göttlich!
Wusstet Ihr eigentlich, dass Mexiko und dessen Ureinwohner die
Schokolade der Welt geschenkt hat??
Erst viele Jahrhunderte nachdem die mexikanischen Urvölker bereits lange Schokolade genossen, brachten die spanischen Eroberer das "braune Gold" nach Europa...

Da die Kinder (alle drei, auch das Grosse) inzwischen müde waren, zogen sie sich ins Hotel zurück, während ich beschloss mehr Stadtluft, Geschichte und Kultur zu atmen.
Kommt Ihr mit auf einen Spaziergang?
Merida war in seiner Glanzzeit des Henequenanbaus -oder auch Sisal genannt- eine überaus reiche Stadt. Ein wenig über die Sisal Haciendas in und um Merida hatte ich schon einmal
hier geschrieben.
Zeugen des Reichtums der Stadt sind noch heute seine Prachtalleen und koloniale Paläste, die man in der Stadt verstreut findet.

Leider findet man auch viele koloniale Bauten, die einsam und vergessen vor sich hin altern. Dieser Anblick tut mir stets in der Seele weh. Wie gerne würde ich hineinmarschieren, das Haus an mich reissen und es wieder glänzen lassen.
Leider ist die Haltung kolonialer Bauten sehr teuer und streng vom Staat überwacht, so dass viele Familien die solche Villen besitzen leider nicht für die Instandhaltung ihres Erbes aufkommen können.
Hier ein schönes Beispiel.

In einem solcher Bauten fand ich übrigens einen ganz tollen Second Hand Retro Laden. Schaut mal was für Schätze dort lagen:

Wer mal Merida besucht findet den Laden hier:
Decoración & Antigüedades
Calle 60 # 428 x 47 y 49 Centro
Man kann in Merida auch ganz tolle heimische Handswerkskunst und Souvenirs kaufen. In bunten & lebendigen Farben. So wie Mexiko halt ist. Hier mein Lieblingsladen der örtlichen "Artesanía", La Casa de los Artesanos.

Ein Besuch lohnt sich und der Ertrag des Einkommens kommt tatsächlich den örtlichen Künstlern zu Gute.
La asa de los Artesanos
Calle 62 No. 492 Depto. 2 x 59 z 61 Centro
Haben Euch die kleinen Eindrücke aus Merida gefallen? Ich habe mein Herz an diese Stadt verloren.

Inzwischen wartete meine Familie übrigens sehnssüchtig und hungrig auf Mama. So habe ich die Drei vor dem Hotel blödelnd erwischt:

So nun ist es spät und Zeit zu schlafen. Ein letzter Blick auf Merida bei Nacht: